Bedrohte Tierarten auf der roten Liste


Nahezu jeder Mensch dürfte das Logo des World Wide Fund For Nature, kurz WWF, kennen. Der Große Panda, der seit 1961 das Antlitz des Unternehmens ziert, zählt seit unzähligen Jahren zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Erst im Frühherbst 2016 wurde eine Entwarnung für die Population des Riesenpandas ausgesprochen.

Koala

Der Koala – vom Aussterben bedroht (c) iStock.com / mihtiander

Durch Prävention von Wilderei und Waldrodungen erholte sich der Bestand der Tiere in China wieder und führte letzten Endes dazu, dass der Große Panda offiziell „nur“ noch als gefährdet eingestuft wird. Doch wofür stehen die Kategorien, in denen bedrohte Tierarten eingeordnet werden, und was bedeutet das Aussterben für vorherrschende Ökosysteme?

Bedrohte Tierarten auf der roten Liste

Gradmesser für bedrohte Tierarten ist die sogenannte Rote Liste, die von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, kurz IUCN oder Weltnaturschutzunion, alljährlich aktualisiert wird. 1962 gab die Weltnaturschutzunion die erste Liste unter den Namen Red Data Book heraus, auf der Tierarten wie der Koala, Pandabären und andere gefährdete Spezies vermerkt waren. Nahezu zeitgleich mit der Weltnaturschutzunion nahm auch der WWF seine Arbeit auf und fokussierte sich vor allem auf den Schutz diverser Tierarten vor dem Aussterben durch Wilderei, Umweltverschmutzung oder andere Faktoren. Bedrohte Tierarten werden durch diese rote Liste in verschiedene Kategorien eingeteilt, ausgehend von „geringster Sorge“ bis „ausgestorben“. So gelten beispielsweise australische Koala als „gefährdet“, die Graysontaube als „ausgestorben in freier Wildbahn“ und entgegen der weitläufigen Meinung herrscht um Leistenkrokodile nur die „geringste Sorge“. Für die Einordnung dient sich ein von der IUCN aufgestellter Kriterienkatalog, der wie die rote Liste jährlich aktualisiert wird.

Schutz des ökologischen Gleichgewichts

Unser Planet wird bevölkert von einer schier endlosen Zahl an unterschiedlichen Spezies, da erstaunt es auf den ersten Blick, wenn WWF und die Weltnaturschutzunion 2016 gerade einmal knapp 25.000 bedrohte Tierarten zählen. Das hat unterschiedlichste Gründe, allen voran die doch recht aufwendige Katalogisierung der in der Liste enthaltenen Tierarten. Die rote Liste der Weltnaturschutzunion sieht sich selbst lediglich mit einer beobachtenden Funktion. Umweltschutzorganisationen wie der WWF oder auch regionale Tierschutzbünde obliegt die Funktion des Schutzes. Bedrohte Tierarten werden durch Spendengelder des WWF und damit arrangierte, spezielle Projekte geschützt. So werden Projekte unterstützt, die die Umwelt nachhaltig schützen, aber auch Projekte, die Korruption und Wilderei in instabilen Staaten bekämpfen sollen. Für bedrohte Tierarten gilt an oberster Stelle die menschliche Spezies als größtes Übel und größer Verursacher ihrer Gefährdung.

Wer denkt, zoologische Gärten würden da bedenkenlos Abhilfe schaffen, der irrt. Der Deutsche Tierschutzbund beispielsweise steht Zoohaltung kritisch gegenüber. (Bedrohte) Tierarten müssen in einer artgerechten Umgebung unter ebenso artgerechten Bedingungen gehalten werden. Gerade bei Tierarten wie Eisbären oder Löwen stellen alleine klimatische Bedingungen solche Forderungen in Frage. Auch Verhaltensstörungen, wie das permanente im Kreis innerhalb des Geheges gehen, sowie die mangelhaften Zuchtmöglichkeiten eines Zoos – beispielsweise bei Berggorillas – stoßen Tierschutzbund und WWF sauer auf.

Aussterben kurz vor 12

Dieses Ökosystem ist ein fragiles und eng miteinander verzahntes Gebilde. Sterben bedrohte Tierarten wie beispielsweise der Koala aus, werden Lücken aufgerissen, die von anderen Spezies oder Organismen eingenommen werden können. Beobachten kann man dies bereits heute bei Spezies, die in freier Wildbahn ausgestorben sind. Bedrohte Tierarten dieser Kategorie sind der Liste zufolge 17 Arten, unter anderem:

  • Ameca- und Wüstenkäpfling
  • Davidshirsch
  • Galapagosschildkröte
  • Graysontaube
  • Guamralle
  • Hawaiikrähe
  • Mitu
  • Säbelantilope
  • Tempel-Weichschildkröte
  • Weißlachs
  • Wyoming und Kihansi-Gischtkröte
  • Zimtkopfliest

Solche bedrohte Tierarten, die heutzutage nur noch in Reservaten oder privaten Zuchtkulturen gehalten werden, fehlen in ihren Ökosystemen, wodurch andere Spezies ebenso bedroht werden. Fressfeinde, die sich von diesen Spezies ernähren, müssen ihr Verhalten ändern und werden selbst gegebenenfalls bedrohte Tierarten. Und Nahrungsquellen, ob tierisch oder pflanzlich, kann durch das Fehlen eines natürlichen Feinds ungehindert weiterwachsen.

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