Einsatz für die Menschheit: Spezialcontainer in Krisengebieten


Wo humanitäre Hilfe notwendig ist, da stellt sich auch immer die Frage nach der Organisation der Maßnahmen. Spenden sammeln und die Spenden in die benötigten Güter umwandeln ist das eine.
Das andere ist, die Hilfe ihrem Verwendungszweck zuzuführen. Dazu sind neben der geeigneten Manpower vor allem logistische Lösungen notwendig. Zum einen ist da der Transport der Hilfsgüter und der Menschen, die die Hilfe vor Ort an die Bedürftigen bringen, zum anderen die Situation am Zielort: Müssen Lebensmittel etc. an Menschen herausgegeben werden, geht es um ärztliche Versorgung, müssen Utensilien gekühlt oder besonders geschützt werden, ist eine logistische Administration notwendig? Für all diese Belange kommen Spezialcontainer zum Einsatz.

Spezialcontainer: Container Marke Sonderbau

Was macht einen gewöhnlichen Container zu einem Spezialcontainer? Fast mag man es erahnen: Es hat etwas mit dem „Spezial“ im Wort zu tun. Spezialcontainer werden für spezielle Aufgaben konzipiert und gebaut: Als Sanitärcontainer, Versorgungsstelle oder Militärlager in Krisengebieten – aber auch als Klassenzimmer, Speisesaal, Baustellenwagen oder Bürocontainer um die Ecke vor Ort.
Spezialcontainer sind kundenspezifische Sonderanfertigungen, die häufig nach folgenden Vorgaben gebaut werden:

  • Sie sind leicht auf- und abzubauen, da in abgelegenen Regionen auch Fachfremde diese Aufgaben zu meistern haben.
  • Sie müssen Sicherheit garantieren: Einerseits Schutz vor extremen Witterungsverhältnissen wie Tornados und anderen Wirbelstürmen, Hitze oder Schneemassen, andererseits vor Angriffen von Menschen (oder auch Tieren).
  • Sie sollen entsprechenden Komfort mitbringen, um auch einen längerfristigen Aufenthalt zu ermöglichen.
  • Gegebenenfalls müssen sie kombinierbar sein, wenn ganze Containeranlagen geplant sind.

Herkömmliche Standardcontainer, auch als Seecontainer bekannt, sind üblicherweise in der 20- oder 40-Fuß-Variante genormt und für den Transport von Gütern bestimmt. Ihre „Ausstattung“ besteht aus einer (gegebenenfalls zwei) Tür(en) zum Beladen.
Spezialcontainer werden den Anforderungen gemäß individuell gefertigt (zum Beispiel von der Firma Braun-Container), denn in ihnen sollen im Zweifelsfall Menschen wohnen, arbeiten, operiert werden u.a. In der Regel wird für solch einen Spezialbau eine „Vorlage“ wie ein Standardcontainer verwendet und nach Kundenwunsch umgebaut: Das kann Rahmen, Trennwände, Fenster, Türen, Klappen, Böden/Doppelböden, Lüftungsgitter, eine Auffangwanne (wenn gefährliche Flüssigkeiten mitgeführt werden) oder ein abnehmbares Dach umfassen. Auch eine Isolierung wie bei einem Kühlcontainer, eine spezielle Lackierung oder die Ausstattung mit Elektrik ist häufig nötig.

Spezialcontainer mit Stromversorgung

Spezialcontainer © istock/FooTToo

Wie und wo können Spezialcontainer zum Einsatz kommen?

Die Bilder kennt jeder; überall, wo es in Krisenregionen zu Hilfseinsätzen kommt, sind Spezialcontainer im Einsatz. Auch die Bundeswehr setzt die Container in ihren Rettungszentren ein:  Für die medizinische Versorgung in Kriseneinsätzen gibt es modulare Sanitätseinrichtungen mit OP-Containern und Peripheriegeräten. Die mobilen Lager aus Containern und Zelten müssen in schnellster Zeit zu verschiedenen Orten transportiert und genauso schnell in Betrieb genommen werden können. Neben diesen Herausforderungen spielt natürlich der Schutz der Container bzw. der ganzen Anlagen eine erhebliche Rolle (siehe auch http://www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de).
Eine Variante der Spezialcontainer sind Solarcontainer, die selbst Strom erzeugen und deshalb in völlig unerschlossenen Regionen zum Einsatz kommen (genug Sonnenschein vorausgesetzt). Auch für die Bundeswehr ist der Einsatz dieser Sondercontainer von Interesse: In Afghanistan kann so auf gefährliche Kraftstoff-Lieferungen verzichtet werden (siehe http://www.photovoltaik.org/news/forschung-entwicklung/autonome-solarstromerzeugung-mit-innovativen-solarcontainern-16327559).
Wir müssen aber nicht ans Ende der Welt fahren, um Beispiele für den Einsatz von Spezialcontainern für humanitäre Hilfe zu erleben, denn die Schrecken von Kriegen und anderen Katastrophen sind ja längst in Form der Flüchtlingskrise direkt vor unserer Haustür angekommen: In Hamburg wurden Flüchtlingsunterkünften zehn Spezialcontainer zur Verfügung gestellt zur medizinischen Versorgung, in denen Ärzte per Videochat Dolmetscher zuschalten lassen konnten, um eine schnelle und unkomplizierte Behandlung der Patienten zu ermöglichen. Und auch als Flüchtlingsunterkünfte wurden und werden Spezial-, in diesem Fall Wohncontainer, von vielen Kommunen eingesetzt. Ausgestattet mit Küche, sanitären Anlagen und Waschmaschinen sind Container oft die schnellste und günstigste Variante, um Menschen kurzfristig erst einmal ein Dach überm Kopf bieten zu können.

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