Elektromobilität


Das Ziel ist sportlich: Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, fahren 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen und Busspuren. Die Bestandszahlen und die Zahl der Neuanschaffungen geben eine derart optimistische Sicht nicht unbedingt her. So kurvten am 1. Januar 2017 erst 34.022 E-Autos mit Elektro-Motoren oder Hybridtechnologie durch deutsche Lande, und die Zahl der Neuanschaffungen liegt auch 2017 im unteren fünfstelligen Bereich. Zum Vergleich: die Zahl aller gemeldeten Autos in Deutschland belief sich 2017 auf 45,8 Millionen. Dass der überraschend dürftige Anteil an E-Fahrzeugen nicht an mangelnder Aufmerksamkeit der Bundesregierung für das umwelt- und energiepolitisch wichtige Thema liegt, zeigen die verschiedenen politischen Initiativen, die in den letzten Jahren von Akteuren in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft angestoßen wurden. So haben alle großen Automarken mittlerweile E-Fahrzeuge im Programm und Bauunternehmen bieten integrierte Ladestationen beim Hausbau an. Und für diejenigen, für die ein eigenes Fahrzeug uninteressant ist, gibt es die Autovermietungen: Bei vielen Autovermietungen lässt sich ohne Umstände ein Tesla mieten.

Förderprogramme für Elektrofahrzeuge

Mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität (NEP), der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), dem Förderprogramm Erneuerbar Mobil und dem Elektromobilitätgesetz (EmoG) wurden bundespolitische Programme, Gremien aus Politik und Wirtschaft und Gesetze ins Leben gerufen, die die Energiewende in Verkehr und Automobilbranche vorantreiben und Deutschland bis 2020 zum internationalen „Leitanbieter und Leitmarkt“ für Elektroautos und Co machen soll.

Dass E-Autos technisch und optisch mittlerweile mit den Autos mit Verbrennungsmotoren mithalten können, war auf der diesjährigen Internationalen Automobilmesse (IAA) in Genf nicht zu übersehen, Fast alle deutschen Global Player der internationalen Automobilindustrie haben dieses Jahr hochwertige und leistungsstarke E-Modelle vorgestellt. VW, Mercedes, BMW und Co folgen damit dem Vorreiter Tesla, der mit dem vollelektrischen Flagschiff Model S, aber auch mit dem neueren und kompakteren Model 3, seit mehreren Jahren überzeugend vorführt, dass E-Mobilität der Ruf aus der Zukunft ist und vieles –  auch „sexy“ – kann.

E-mobil mit Tesla und Co

So steht das Tesla Model S P100D mit einem Drehmoment von 967 Nm und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2, 7 Sekunden einem leistungsstarkem Benziner in nichts nach. Optisch können Tesla Modelle und E-Fahrzeuge anderer Marken längst mit konventionellen Fahrzeugen mithalten. Manche Modelle scheinen direkt aus der Zukunft zu kommen. Auch der Einwand, bei einem E-Fahrzeug seien Mobilität und Flexibilität stark eingeschränkt, weil das Auto in kurzen Abständen „an die Dose“ muss, ist mit der Entwicklung leistungsstarker Batterien und Reichweiten um 600 Kilometern ad acta gelegt.

Mit Schnellladesystemen wie Supercharger, dem proprietären Schnellladesystem von Tesla, ist das Aufladen auf der Strecke zudem kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Im Gegenteil, mit einer Hausbatterie in der Garage entfällt sogar die Fahrt zur Tankstelle! Manche Bauunternehmen bieten schon jetzt die Integration einer Ladestation bzw. einer Hausbatterie an. So arbeitet Viebrockhaus, ein Bauunternehmen, das auf Massivbauweise und Energieeffizienz setzt, mit Ladestationen von LG, nachdem sie schon einige Jahre Batterien von Tesla beim Hausbau integriert hatten.

Autovermietungen haben ebenfalls die Zeichen der Zeit erkannt und E-Fahrzeuge in ihr Angebot aufgenommen. Dabei handelt es sich mitnichten um Nischenunternehmen mit einem besonderen Faible für grüne Initiativen. Auch große Autovermietungen mit bundesweiten Stationen sind auf den Zug in eine nachhaltige Zukunft aufgesprungen. Bei Starcar, einer Autovermietung mit Mietstationen in ganz Deutschland, kann man zum Beispiel problemlos und relativ günstig einen Tesla mieten. Wie allgemein üblich, reserviert man kein Einzelfahrzeug, sondern eine Fahrzeuggruppe. Sollte kein Tesla an der Station der Wahl zur Verfügung stehen, bekommt man bei dieser Autovermietung ein E-Fahrzeug einer anderen Marke.

Elektroauto-Prämie für die Verbraucher

Auf Verbraucherebene wird die Entscheidung für umweltfreundliche und ressourcenschonende Angebote auch durch finanzielle Anreize unterstützt. So fördern das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Automobilindustrie die Anschaffung eines E-Modells mit einer Prämie. Beim Kauf eines vollelektrischen Autos mit einem Basislistenpreis von maximal 60.000 Euro erhält der Verbraucher bis Ende 2017 zum Beispiel einen Zuschuss von 4000 Euro.

Ab 2018 sinkt die Elektroauto-Prämie auf immerhin noch 3000 Euro. Der Zuschuss wird je zur Hälfte vom Bundesamt und dem Autohersteller getragen. Im Steuertopf sind für diese Förderung eine Summe von 1,2 Milliarden vorgesehen. Fast alle Global Player der internationalen Automobilindustrie haben hochwertige und leistungsstarke E-Modelle im Programm, die in den Basisversionen die Voraussetzungen für eine Förderung durch die Elektroauto-Prämie erfüllen.

Was für den einen Fahrerlebnis und Fahrspaß mit einem leistungsstarken und stylischen Elektroauto bedeutet, kann für den einen oder anderen allerdings auch ein Dorn im Auge sein. So kritisieren manche Umweltverbände, dass die Entwicklung in der Automobilindustrie hin zu großen und schweren E-Autos nicht mit Prinzipien der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz vereinbar sind. Der Ball liegt also wieder im Spielfeld des Verbrauchers und seiner (Kauf) Entscheidungen. Dem persönlichen ökologischen Fußabdruck kann Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit für E-Mobilität und Tesla und Co auf keinen Fall schaden. Und das kann auch heißen, dass man sich erst einmal dafür entscheidet, vor dem Kauf eines E-Autos zur Probe einen Tesla zu mieten! Das geht auch zur Langzeitmiete!

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