Luftverschmutzung in Deutschland – Auswirkungen für die Bevölkerung


Bei jedem Atemzug nimmt der Mensch nicht nur lebenswichtigen Sauerstoff auf, sondern auch kleinste Partikel Schadstoffe. Die Luftverschmutzung ist die größte umweltbedingte Gesundheitsgefahr für den Menschen. Zwar ist Deutschland weit von Verhältnissen wie in China entfernt – fast jeder kennt die Bilder von Menschen in Peking, die nur mit Atemschutz die in Smog gehüllten Straßen betreten. Doch auch hierzulande stellt die Luftverschmutzung eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr dar.

Luftverschmutzung: Ursachen und Lage in Deutschland

Dank strengerer Gesetze und schärferer Richtwerte hat sich die Luftqualität in Europa seit den 1990er-Jahren grundsätzlich verbessert. Dennoch werden die von der Weltgesundheitsorganisation definierten Höchstwerte auch in Deutschland noch häufig überschritten. Es sind vor allem drei Luftschadstoffe, die Mensch und Umwelt belasten.

Luftverschmutzung Abgase Feinstaub

Fahrzeugabgase zählen zu den größten Verursachern der Luftverschmutzung
© istockphoto.com/ Alex_Ishchenko

Die gefährlichsten Luftschadstoffe

  1. Bodennahes Ozon: In der 15 bis 30 Kilometer hohen Stratosphäre ist das Spurengas Ozon für den Menschen überlebenswichtig. Es schützt den Planeten vor zu starker UV-Strahlung. In Bodennähe dagegen ist es ein Problem, das vor allem an heißen Tagen verstärkt auftritt. Nach der Hitzewelle 2015 wurde in Deutschland laut Bundesumweltamt ein Wert von 283 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) gemessen. Dieser liegt zwar noch unter den Messungen in den 90er-Jahren, jedoch deutlich über dem Schwellenwert von 100 µg/m³, den die WHO empfiehlt.
  2. Feinstaub: Hier zeigt die Feinstaub- oder Umweltplakette Wirkung. Seit 2007 gibt es in einigen deutschen Städten und Gemeinden Fahrverbote für Benzin- und Dieselautos, die einen besonders hohen Schadstoffausstoß haben. 2015 wurde der von der EU festgelegte Tagesgrenzwert lediglich an zwei Messpunkten in Berlin und Stuttgart überschritten. Das Umweltbundesamt weist jedoch darauf hin, dass dies auch an der günstigen Wetterlage liegt und die WHO eine deutlich niedrigere Schwelle für Feinstaub-Emissionen empfehle.
  3. Stockstoffdioxid: Stickstoffdioxid ist ein giftiges Gas, bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht und somit ebenfalls von Kraftfahrzeugen ausgestoßen wird. Der EU-Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. 2015 wurde diese Grenze an 29 Prozent aller Messstellen überschritten, womit sich Deutschland zwei Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission eingehandelt hat.

Hauptverursacher der Luftverschmutzung

Neben dem Straßenverkehr gibt es folgende Quellen, die am meisten zur Emission von Luftschadstoffen beitragen.

Auf den Menschen zurückzuführen:

  • Energieerzeugung, vor allem Verbrennung fossiler Brennstoffe
  • Landwirtschaft
  • Industrie
  • Einsatz von Lösemitteln u. a. in der chemischen Industrie
  • Flugverkehr
  • Müllverbrennung
  • Privathaushalte
  • Elektrosmog
  • Pestizide, Insektizide und Düngemittel

Natürliche Ursachen der Feinstaub-Emission, die jedoch weniger als ein Prozent der weltweiten Luftverschmutzung ausmachen:

  • Vulkanausbrüche
  • Waldbrände

Folgen der Luftverschmutzung

Luftverschmutzung Pollution

Die Luftverschmutzung ist eins der drängendsten Probleme unserer Zeit © istockphoto.com/ Thomas321

Die Emission von Treibhausgasen und anderen Luftschadstoffen ist die Hauptursache für den Klimawandel, der sich bereits jetzt in Form von Hitzewellen, Wetterkapriolen, dem Schmelzen der Gletscher und einem Anstieg des Meeresspiegels bemerkbar macht. Die Luftverschmutzung hat aber auch direkte Folgen auf die Gesundheit des Menschen. Laut EUA (Europäische Umweltagentur) verringert sich der Lebenserwartung in Europa durch Feinstaubpartikel in der Luft durchschnittlich um mehr als acht Monate. Rund 90 Prozent der Stadtbevölkerung in der EU sei zudem einer Konzentration an Stickoxididen und anderen Schadstoffen ausgesetzt, die gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben.

Gesundheitsgefahren durch die Luftverschmutzung

Zu den größten Gesundheitsrisiken infolge der schlechten Luftqualität zählen:

  • Atemwegserkrankungen: Reizungen der Atemwege, Asthma, Atembeschwerden, Husten, verminderte Lungenfunktion
  • Beschwerden im Herz-Kreislaufsystem
  • Schleimhautreizungen
  • Entzündungen in der Luftröhre
  • Entzündung der Bronchien
  • Verstärkte Ablagerungen in den Blutgefäßen
  • erhöhte Thrombosegefahr
  • Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems
  • erhöhtes Krebsrisiko

Maßnahmen für eine bessere Luftqualität

Neben dem Bundes-Immissionsschutzgesetz gibt es eine Reihe von internationalen Übereinkommen, empfohlenen Grenzwerten, Zielwerten usw., die Luftverschmutzung und Klimawandel eindämmen sollen. Die größte internationale Anstrengung bisher der Pariser Klimavertrag von 2015 als Nachfolge-Vereinbarung des Kyoto-Protokolls. Darin verpflichtet sich die Staatengemeinschaft dazu, die globale Erwärmung auf unter 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+Share on Redditshare on TumblrEmail to someone

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.