Der ökologische Fußabdruck – brauchen wir eine zweite Erde?


Der ökologische Fußabdruck, auch Footprint genannt, ist mittlerweile ein bekannter Ausdruck und wird in Zeiten einer globalisierten Welt zu einem immer wichtigeren Messwert. Im Grunde zeigt der ökologische Fußabdruck die Erdfläche auf, die für den Ressourcenverbrauch eines Menschen benötigt wird, um seinen aktuellen Lebensstandard aufrecht zu halten. Zudem veranschaulicht der ökologische Fußabdruck, wie groß die Biokapazität der Erde ist und wieviel davon wir Menschen nutzen. Gemessen wird der Flächenverbrauch in sogenannten globalen Hektar – demnach stehen jedem Menschen im Schnitt 1,8 globale Hektar (etwa 3 Fußballfelder) zur Verfügung. Rechnet euch hier euren eigenen Fußabdruck aus!

Wir Deutschen brauchen weitaus mehr Fläche als uns eigentlich zustehen würde, nämlich erstaunliche 4,6 globale Hektar. Würden alle Menschen auf der Erde einen ökologischen Fußabdruck von 4,6 globalen Hektar nutzen, würde die Menschheit 2,6 Erden benötigen.

Doch wie wird der Footprint überhaupt ermittelt? Für die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks werden zunächst die Flächen des Planeten kategorisiert und die dazugehörigen Güter und Materialien festgelegt.

Fußabdruck

Footprint – brauchen wir eine zweite Erde? (c) iStock.com / haeseen

Folgende Flächen werden für die Berechnung herangezogen:

  • 1. Ackerland: Pflanzliche Nahrungsmittel, Tiernahrung etc.
  • 2. Weideland: Tierische Nahrungsmittel und Tierprodukte
  • 3. Wald: Holz, Holzprodukte und Papier
  • 4. Siedlungsfläche: Straßen, Häuser, Produktionsflächen
  • 5. Meeresflächen: Fisch und Meeresfrüchte
  • 6. Energieflächen: notwendige Fläche, um die produzierten Treibhausgase aufzunehmen

Mit dem Ökologischen Fußabdruck können wir somit die Größe des „Abdruckes“ ermitteln, sodass wir, im wahrsten Sinne des Wortes, Äpfel mit Birnen vergleichen können: So hinterlässt 1 kg Rindschnitzel einen Fußabdruck wie…

  • …ca. 50 kg Kartoffel
  • …ca. 200 km Strecke mit einem Mittelklasse Wagen
  • …ca. 25 Liter Bier
  • …ca. 15 Monate PC-Nutzung mit Ökostrom

Wir sehen, dass das Konzept des ökologischen Fußabdrucks eine leichte Visualisierung und Vergleichbarkeit der von uns konsumierten Ressourcen ermöglicht. Zudem müssen wir uns bewusst werden, dass wir im Jahr 2050 fast drei Erden bräuchten, um den heutigen Lebensstandard zu halten.

Verkleinere deinen ökologischen Fußabdruck – Tu der Umwelt was Gutes

Lebe bewusst und du wirst deinen Fußabdruck verkleinern, ohne dabei auf deinen gewohnten Lebensstandard zu verzichten. Denn jedes Mal wenn du dein Licht brennen lässt, Auto fährst oder Fleisch isst, wird dein ökologischer Fußabdruck größer. Achte bei der Ernährung auf saisonale und regionale Produkte oder nehme öfter mal das Fahrrad. Es sind bereits kleine Veränderungen, die deinen Fußabdruck deutlich kleiner machen.

Folglich ein paar Tipps, auf die du im Alltag achten solltest:

Beim Autofahren:

  • fahre langsam und versuche sanft zu beschleunigen
  • Lass dein Auto regelmäßig warten – stelle sicher, dass dein Treibstoff-, Ölfilter rechtzeitig ersetzt wird
  • Fahre möglichst mit dem Bus
  • Bilde Fahrgemeinschaften
  • Nutze das Fahrrad oder gehe zu Fuß

Im Haushalt:

  • Ersetzt herkömmliche Glühbirnen mit LEDs. Sie verbrauchen 6 mal weniger Strom und haben eine Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden.
  • Aufmerksam sein bei elektronischen Geräten – Standby-Modus ausschalten
  • Trennt den Müll, um Wertstoffe zu recyceln und Kompost zu produzieren

Lebensmittel:

  • Fleischverzehr, insbesondere rotes Fleisch, reduzieren
  • Weniger verpackte Lebensmittel kaufen
  • Regionale und saisonale Lebensmittel kaufen
  • Baut was auf dem Balkon an. Verwendet hierbei torffreie Erde und nutzt Regenwasser
  • Einkauf planen, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden
  • Verwendet für Einkäufe Tragetaschen oder Kisten, die Ihr kontinuierlich nutzen könnt
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