Klimawandel: Was bringt das Pariser Abkommen?


Ganze Landstriche versinken im Wasser, viele Tier- und Pflanzenarten sterben, Regionen rund um den Äquator sind nicht mehr bewohnbar: All das passiert mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn die Erderwärmung weiterhin steigt und mehr als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erreicht. Das Pariser Abkommen wurde beschlossen, um dies zu verhindern. Denn die 2-Grad-Marke sehen Wissenschaftler als den Punkt an, ab dem die Folgen des Klimawandels außer Kontrolle geraten. Beim UN-Klimagipfel in Frankreich haben sich 195 Länder daher auf das Pariser Abkommen geeinigt. Klimaschützern gehen die beschlossenen Punkte nicht weit genug, um den Umweltschutz wirklich voranzutreiben. Und seit US-Präsident Donald Trump aus dem Übereinkommen ausgestiegen ist, fragen sich viele, ob das Pariser Abkommen überhaupt noch mehr als ein Blatt Papier ist.

Was ist das Pariser Abkommen?

Das Pariser Klimaschutzabkommen ist das Ergebnis der 21. UN-Klimakonferenz, die im Dezember 2015 in Le Bourget stattfand, einer kleinen Stadt in der Nähe von Paris. 195 Länder haben sich auf die Vereinbarung geeinigt, mit der die Erderwärmung gebremst werden soll. Das Pariser Abkommen löst das Kyoto-Protokoll ab. In diesem hatten sich nur wenige Industriestaaten dazu verpflichtet, ihre Emissionen zu senken, um so die Folgen des Treibhauseffekts einzudämmen. Große Nationen wie die USA oder Kanada hatten diesen Vertrag nicht ratifiziert und er war völkerrechtlich auch nicht bindend. In Paris haben sich nun erstmals alle Staaten auf ein Klimaabkommen geeinigt – bis auf Syrien, das sich aber knapp zwei Jahre später doch angeschlossen hat. Einzig die USA kündigten Mitte 2017 ihren Austritt an. Hier ist das Pariser Abkommen im Wortlaut nachzulesen.

Die wichtigsten Punkte im Pariser Abkommen

Pariser Abkommen Erderwärmung: Eisbäre überwindet große Lücke von einer Scholle zur nächsten

Das Pariser Abkommen soll die Erderwärmung stoppen © istockphoto.com/SeppFriedhuber

Temperaturanstieg begrenzen

Das Hauptziel des Pariser Abkommens ist, den Anstieg der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius im Vergleich zu den vorindustriellen Werten zu reduzieren. Genauer gesagt werden maximal 1,5 Grad im globalen Mittel angestrebt. Dieser Mittelwert liegt derzeit bereits bei 0,8 Grad Celsius und wird trotz aller Gegenmaßnahmen weiter steigen. Die Sünden der Vergangenheit sind nämlich noch nicht voll durchgeschlagen, was vor allem an der Langlebigkeit des CO2s liegt, das sich bereits in der Atmosphäre befindet.

Treibhausgase reduzieren

Um das 2-Grad-Ziel überhaupt noch erreichen zu können, muss der Netto-Ausstoß von Treibhausen spätestens im Jahr 2050 bei null liegen. Auch das ist im Pariser Abkommen festgeschrieben. Das heißt, jedes Land darf dann nur noch so viel CO2 in die Luft blasen, wie es selbst kompensieren kann, beispielsweise durch das Pflanzen neuer Waldflächen. Neben dem Klimaschutz würde so auch ein Beitrag gegen die Luftverschmutzung geleistet werden.

Entwicklungsländer unterstützen

Ein weiterer Eckpunkt im Pariser Abkommen: Industrieländer sollen ärmere Staaten bei der Umsetzung der Klimaziele unterstützen. Dazu sollen sie zwischen 2020 und 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar jährlich beisteuern. Das Geld dient auch dazu, die Folgen des Klimawandels in den jeweiligen Ländern zu beseitigen oder zu mildern, beispielsweise Schäden durch Dürren, Tornados oder Überschwemmungen. Ferner beinhaltet die Finanzspritze für die Entwicklungsländer auch Investitionen in erneuerbare Energien und andere klimafreundliche Technologien.

Kritik am Pariser Abkommen

Kritik von Umweltschützern

Zahlreiche Umweltschützer sind der Ansicht, dass das Pariser Abkommen bereits zu spät kommt und die beschlossenen Maßnahmen nicht weit genug gehen. Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas müsste in wenigen Jahren komplett beendet werden, um die Folgen der globalen Erwärmung noch im Zaum halten zu können. Lea Sibbel vom WWF Deutschland hält es zum Beispiel für dringend nötig, die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 Prozent zu verankern. Nur so lasse sich die globale Erwärmung auf unter 2 Grad begrenzen. Außerdem bemängeln Kritiker, dass einzelne Länder ihre Klimaziele weiterhin selbst festlegen können und keine Strafen drohen, falls diese doch nicht eingehalten werden. Die jeweiligen Selbstverpflichtungen werden von der Staatengemeinschaft erst im Jahr 2023 überprüft.

Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen

Bereits vor seiner Wahl kündigte Donald Trump an, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen, sollte er US-Präsident werden. Dieses Wahlversprechen hat er am 1. Juni 2017 in die Tat umgesetzt. Mit den Vereinigten Staaten würde der weltweit zweitgrößte CO2-Produzent aus dem Klimavertrag aussteigen. Fünf Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid werden jedes Jahr in den USA ausgestoßen. Noch mehr Treibhausgase verursacht nur China – nämlich die doppelte Menge. Doch einen Lichtblick gibt es: Auch das Pariser Abkommen hat eine Kündigungsfrist. Der frühestmögliche Termin für den Ausstieg ist am 4. November 2020 – ein Tag nach der nächsten US-Präsidentschaftswahl. Bis dahin kann sich das (politische) Klima bereits wieder gewandelt haben.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.