Was treibt den BUND um?


Das Logo mit Schriftzug und einer stilisierten Weltkugel, die von zwei Händen schützend eingefasst ist, ist nicht nur bei Umweltaktivist*innen bekannt. Der BUND ist eine vom deutschen Staat anerkannten Umwelt- und Naturschutzorganisation mit Sitz in Berlin. Im öffentlichen Raum ist der BUND durch Kampagnen gegen Großprojekte, prestigereiche Umweltschutz-Klagen und eine professionell aufgestellte politische Lobbyarbeit in Berlin bekannt. Ziel der umweltpolitischen Verbandsarbeit und des Aktivismus der ehrenamtlichen Mitglieder ist die ökologische Erneuerung und die nachhaltigen Entwicklung Deutschlands. Unter dem Motto „Zukunftsfähiges Deutschland“ zeigt der BUND Wege auf, um diese Ziele zu erreichen.

Der BUND setzt sich für eine gesunde Unwelt ein.

Der BUND kämpft seit Jahren an vorderster Front für ein nachhaltiges Deutschland. (©istockphoto.com_Ana_Iacob)

BUND Zahlen  (Jahresbericht Stand 2017)

Unterstützer*innen:  592896 (Mitglieder und Spender*innen)

davon in der BUNDJugend: 71000

Ehrenamtliche: 30000

Betreute Bundesfreiwillige: 830

Einnahmen 2017: insgesamt 30, 2 Mio Euro

Ausgaben 2017: 30, 2 Mio Euro

Umweltschutz seit der Jahrhundertwende

Die Rolle der Mahners und des Beobachters nimmt der BUND seit der vorletzten Jahrhundertwende ein. Der älteste Verband im Bundesverband ist der Bund Naturschutz in Bayern, der 1913 gegründet wurde. Zweitältester Landesverband ist der Landesverband, der aus der dem 1914 in Bremen gegründeten Vogelschutzverein  „Bremer Naturschutzgesellschaft“ hervorging.

Mittlerweile gibt es 16 Landesverbände und über 2000 regionale Kreis- und Ortsgruppen, die sich mit lokalen ökologischen Fragen auseinandersetzen und aufklären. Auf Bundesebene befassen sich ehrenamtliche Facharbeitskreise mit Themen wie Bio- und Gentechnologie, Bodenschutz, umweltfreundliche Energien und gesundheitliche wie rechtliche Fragen. Einige fest angestellte Mitarbeiter in der Bundesgeschäftsstelle und in den Landesgeschäftsstellen stellen den Organisationsrahmen des BUND.

Der BUND ist außerdem Mitglied des internationalen Verbands „Friends of the Earth“ (deutsch: Freunde der Erde). Der Zusammenschluss aus Umweltorganisationen hat Unterstützer in 76 Ländern. Je Land darf nur eine Organisation bei Friends of the Earth Mitglied sein. Die Vereinigung prüft Umweltthemen im sozialen und politischen Umfeld und ihre Auswirkung auf die Einhaltung von Menschenrechten. Die internationalen Kampagnen beziehen mit dieser Ausrichtung neben dem traditionellen Umweltschutz auch Fragen einer nachhaltigen Wirtschaft und Wirtschaftsförderung mit ein.

Wildkatzen, Bienen und andere gefährdete Wesen

Nahaufnahme einer Wildkatze in der freien Natur!

Die Wildkatze zählt zu den bedrohten Tierarten. (©istockphoto.com_andywords)

Die Projekte und Kampagnen des BUND sind breit aufgestellt. Projekte wie beispielsweise „Rettungsnetz Wildkatze„, das sich 20.000 Kilometer Waldverbund für die gefährdete Tierart zum Ziel gesetzt hat, das Projekt „Grünes Band“, ein Biotopverbund, das sich über 12.500 in ganz Europa entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs erstreckt oder das Projekt „Lebendige Elbe“, das sich dem wilden Auwald verschrieben hat, erfordern – wie fast alles im Umweltschutz – einen langen Atem mit offenem Ende. Wenn umweltpolitische Themen in der öffentlichen Debatte und im öffentlichen Bewusstsein ankommen, ist ein wichtiges Etappenziel des Engagements erreicht. Die BUND-Kampagnen gegen das Bienensterben und gegen Mikroplastik waren in dieser Hinsicht ein großer Erfolg. Der Rückgang der Bienenpopulationen und die Verschmutzung der Weltmeere durch Mikropartikel aus Plastik sind mitnichten mehr „Nischenthemen“, sondern im öffentlichen Bewusstsein als großes Problem verankert.

Umweltschutz und digitale Transformation

Für die Zukunft des Umweltschutzes ist der BUND in den sozialen Medien, aber auch mit der App „ToxFox“ gut aufgestellt. Die App ermöglicht es Verbraucher*innen, die Anzahl der Schadstoffe in einem Produkt direkt beim Einkauf zu erfahren. ToxFox funktioniert über eine Datenbank, in der Informationen der Hersteller hinterlegt sind. Die Größe der Datenbank steigt mit der Anzahl der Anfragen – „Giftfragen“ – die Verbraucherinnen mit der App direkt an die Hersteller stellen können. Erhält ein Hersteller eine solche Anfrage, ist der verpflichtet, wahrheitsgemäß zu antworten. Diese Informationen werden in der ToxFox-Datenbank hinterlegt und bei Bedarf ausgespielt. Bislang nutzen Verbraucher*innen die App in der Hauptsache für die Informationsabfrage bei Pflegeprodukten und Kosmetik. Was auf die Haut kommt, ist erfahrungsgemäß ein sensibles Thema.

ToxFox birgt aber auch viel Potential bei Elektrogeräten. Deren Kabel, Platinen und Batterien sind häufig umweltgefährlich und gesundheitsschädlich!