Umwelt Thema: Wasserschutzgebiet


Zum Wohle des Menschen – Wasserschutzgebiete und was sie uns nutzen

Wofür brauchen wir Wasserschutzgebiete?

Keime, Krankheitserreger und zahlreiche schädliche Stoffe – das Grundwasser und unser Trinkwasser werden in vielerlei Hinsicht immer wieder gefährdet. Um solche Schädigungen zu verhindern, gibt es Wasserschutzgebiete. Diese Gebiete sind dahingehend für unsere Wasserwirtschaft wichtig, weil es das Grundwasser vor schädlichen Einwirkungen schützt und sichert. Aus dem Grundwasser wird das für uns lebensnotwendige Trinkwasser gewonnen. Nach der DIN 4046 ist das Wasserschutzgebiet ein „Einzugsgebiet oder ein Teil des Einzugsgebiets einer Wassergewinnungsanlage, das zum Schutz des Wassers Nutzungsbeschränkungen unterliegt“.

Verordnung für Wasserschutzgebiete

Wasserschutzgebiet blaues Zeichen

Dieses Zeichen markiert ein Wasserschutzgebiet (c) Manfred Schimmel / pixelio.de

Die Gebiete werden von der Wasserbehörde durch eine bestimmte Verordnung der zuständigen Landesregierung festgesetzt. Die Wasserbehörde setzt für das betreffende Gebiet eine Verordnung fest, die sich nach deutschem Recht Wasserschutzgebietsordnung nennt. In dieser Verordnung werden Regelungen zum Schutz unseres Grund- und Trinkwassers getroffen. Diese Regelungen bestehen aus Ge- und Verboten für die Fläche von den zu schützenden Wassergebieten. Von solchen Ge- und Verboten können beispielsweise Baumaßnahmen, die Landwirtschaft oder die Lagerung und der Transport von wassergefährdenden Stoffen abhängig und betroffen sein. Im Zuge der Wasserwirtschaft werden vor Festlegung von einem solchen Schutzgebiet sehr umfangreiche hydrogeologische Gutachten erstellt. Weitere Informationen gibt es auf der Webpräsenz der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Wann können Wasserschutzgebiete festgelegt werden?

Diese Gebiete sind notwendig für uns und unsere Gesundheit. Sobald es das Allgemeinwohl erfordert, dass unsere Gewässer in Bezug auf bestehende oder künftige öffentliche Wasserversorgung vor Schädigungen geschützt werden müssen. Die geschützten Gebiete sind dafür da, um die öffentliche Wasserversorgung zu sichern. Grund- und das damit verbundene Trinkwasser sind lebensnotwendig und bedürfen Schutz und Sicherung, sobald sich Schädigungen abzeichnen oder äußere Einflüsse die Sauberkeit unseres Wassers bedrohen.

Wasserschutzzonen

Wasserschutzgebiet Gewässer im Winter

Wasserschutzgebiete dienen dem Schutz der Gewässer (c) Mandy Graupner / pixelio.de

In der Wasserwirtschaft werden Wasserschutzgebiete in sogenannte Wasserschutzzonen unterteilt. In der Regel gibt es drei Wasserschutzzonen pro Wasserschutzgebiet. Laut Verordnung gibt es von innen nach außen die Zone III, die Zone II sowie die Zone I. In der Wasserwirtschaft spricht man auch von Fassungsbereich, Engerer Schutzzone und der weiteren Schutzzone.

Wasserschutzgebiet Zone I

In der Zone I, dem Fassungsbereich wird die Wassergewinnungsanlage und ihre unmittelbare Umgebung vor allen möglichen Verunreinigungen geschützt. Diese Zone wird landbaulich nicht genutzt und ist nur von autorisierten Personen zu betreten.

Wasserschutzgebiet Zone II

In der engeren Schutzzone, der Zone II, wird ein zusätzlicher Schutz vor Verunreinigungen, zum Beispiel durch Krankheitserreger, gewährleistet. Auch hier sowie in der Umgebung dürfen keine baulichen Maßnahmen erfolgen. Wassergefährdende Stoffe wie beispielsweise Abwasser oder Jauche, sind verboten.

Nutzungsbeschränkungen Zone II

  • Landwirtschaft (besonders Düngung)
  • Tourismus
  • Straßenbau
  • Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
  • Bodennutzung, die die obere Bodenschicht verletzt
  • jegliche Bebauung

Wasserschutzgebiet Zone III

Die Zone III, die weitere Schutzzone, schützt ebenfalls vor Verunreinigungen, wie zum Beispiel durch Chemikalien. Allerdings ist hier die Landwirtschaft geringfügig umsetzbar. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Beschränkungen zur Nutzung und zum Schutz für das Grundwasser mit der Reihenfolge der Wasserschutzzonen von Zone III bis Zone I zunehmen.

Nutzungsbeschränkungen Zone III

  • Ablagerung wassergefährdender Stoffe, Abfälle und Schutt
  • Einsatz von Klärschlamm, Gülle, Mittel gegen Schädlinge und für Pflanzenschutz
  • Massentierhaltung
  • Anlegen von Kies- oder Sandgruben
  • Anlegen von Kläranlagen

Wasserschutzgebiete und ihre Bedeutung

Wasserschutzgebiete sind heutzutage unverzichtbar geworden. Zu viele äußere Einflüsse gefährden unser Wasser und somit unsere Gesundheit und unsere Umwelt. Mit Hilfe dieser Gebiete kann das Wasser geschützt und gesichert werden, so dass die Notwendigkeit von sauberem Wasser nicht bedroht wird.

Kennzeichnung von Wasserschutzgebieten

Wasserschutzgebiet blaues Verkehrszeichen 354

Das Wasserschutzgebiet Verkehrszeichen 354 ermahnt Fahrzeugführer

Wasserschutzgebiet rotes Verkehrszeichen 269

Das Wasserschutzgebiet Verkehrszeichen 269 verbietet die Durchfahrt

In der Regel werden Wasserschutzgebiete durch Verkehrszeichen gekennzeichnet, so dass Autofahrer und insbesondere Gefahrguttransporter entsprechend handeln oder direkt gänzlich das Gebiet meiden. Manche Verkehrzeichen verbieten die Durchfahrt durch diese Wasserschutzgebiete von Grund auf. Zusätzlich müssen in Deutschland bestimmte Richtlinien beim Bau der Straßen, die durch ein Wasserschutzgebiet führen, eingehalten werden.

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2 Kommentare

  1. darf durch ein Wasserschutzgebiet Abwasser (auch ungeklärtes Abwasser bei Starkregen) durchfliesen?

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